Vertiefung1. Angebot und Eingaben gegeneinander prüfen
Übernimm Kaufpreis, Fläche und Miete nicht ungeprüft aus der Überschrift des Exposés. Gleiche sie mit Flächenberechnung, Mietvertrag oder Mieterliste ab. Trenne Nettokaltmiete von Nebenkosten, einmalige Renovierung von laufender Instandhaltung und umlagefähige von nicht umlagefähigen Kosten. Notiere bei jeder Zahl Quelle und Stichtag, damit Schätzung, Anbieterangabe und belegter Wert nicht vermischt werden.
Vertiefung2. Wirtschaftlichkeit als zusammenhängenden Check lesen
Eine hohe Bruttorendite reicht nicht. Prüfe Gesamtkapitalbedarf inklusive Nebenkosten und Renovierung, Nettomietrendite nach Eigentümerkosten, monatlichen Cashflow, Kaufpreisfaktor und Break-even-Miete gemeinsam. Ein Ergebnis ist nur belastbar, wenn Hausgeld, Rücklagen, Leerstand und sonstige Kosten vollständig erfasst sind. Der Hauptrechner führt diese Werte mit denselben Annahmen zusammen.
Vertiefung3. Finanzierung und Puffer beurteilen
Dokumentiere Eigenkapital, Darlehen, Sollzins, Tilgung, Zinsbindung und Kapitaldienst. Der DSCR zeigt, ob der konservativ berechnete Objektüberschuss den Kapitaldienst deckt. Prüfe zusätzlich Restschuld und Anschlussfinanzierung. Ein LTV darf nur verwendet werden, wenn ein nachvollziehbarer externer Marktwert vorliegt; der Kaufpreis allein ist kein unabhängiger Marktwert.
Vertiefung4. Dokumente passend zur Immobilie anfordern
Für jede Immobilie sind Eigentum, Nutzung, Flächen, Energiezustand, Mietverhältnis und bekannte Maßnahmen zu belegen. Bei Eigentumswohnungen sind Teilungserklärung, Gemeinschaftsordnung, Wirtschaftsplan, Abrechnungen, Beschlusssammlung, Protokolle, Rücklagenstand und geplante Sonderumlagen besonders wichtig. Bei vermieteten Häusern gehören Mieterliste, Einzelmietverträge, Zahlungsstände, Betriebskosten und Modernisierungsnachweise dazu.
Vertiefung5. Widersprüche und offene Punkte als Aufgaben festhalten
Wenn Exposé und Dokumente voneinander abweichen, sollte nicht stillschweigend der günstigere Wert verwendet werden. Halte fest, welcher Nachweis fehlt, wer ihn liefern soll und bis wann er geprüft werden muss. Typische Aufgaben betreffen Flächen, Miethöhe, Rücklagen, Sonderumlagen, Baulasten, Instandhaltungsstau, nicht genehmigte Nutzung oder abweichende Finanzierungskonditionen.
Vertiefung6. Entscheidung mit Bedingungen dokumentieren
Das Ergebnis sollte nicht nur „kaufen“ oder „nicht kaufen“ lauten. Sinnvoller ist eine bedingte Einordnung: weiter prüfen, wenn Unterlagen vollständig sind; Kaufpreis neu verhandeln, wenn Kosten oder Miete abweichen; Finanzierung anpassen, wenn Puffer fehlt; abbrechen, wenn wesentliche Risiken ungeklärt bleiben. So bleibt nachvollziehbar, worauf die Entscheidung beruht.