Immobilienwissen

Immobilien-Kennzahlen einfach erklärt

Dieses Glossar erklärt die wichtigsten Kennzahlen für Immobilien-Kapitalanlagen in einfacher Sprache. Ziel ist nicht, jede Zahl auswendig zu lernen, sondern zu verstehen, welche Frage eine Kennzahl beantwortet und wo ihre Grenzen liegen.

Übersicht

Alle wichtigen Kennzahlen mit Formel und Einordnung.

Die Übersicht ist als Nachschlagewerk gedacht. Du siehst jeweils, wofür die Kennzahl steht, wie sie berechnet wird und welche typische Fehlinterpretation du vermeiden solltest.

Liquidität

Monatlicher Cashflow

Zeigt, ob nach Miete, laufenden Kosten, Finanzierung und optionaler Steuer monatlich Geld übrig bleibt oder fehlt.

Formel
Monatlicher Cashflow = (Objektüberschuss p.a. - Kapitaldienst p.a. - Steuerwirkung p.a.) / 12
Einordnung
Positiv bedeutet laufender Überschuss. Negativ bedeutet, dass du rechnerisch jeden Monat Geld zuschießen musst.
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Cashflow p.a. vor Steuer

Zeigt den jährlichen Überschuss oder Fehlbetrag, bevor persönliche Einkommensteuer berücksichtigt wird.

Formel
Cashflow p.a. vor Steuer = Objektüberschuss p.a. - Kapitaldienst p.a.
Einordnung
Hilft, die Immobilie ohne persönliche Steuerwirkung zu betrachten. So werden Objekte besser vergleichbar.

Cashflow nach Steuer

Zeigt den laufenden Zahlungsüberschuss nach der berechneten Steuerwirkung.

Formel
Cashflow nach Steuer p.a. = Cashflow vor Steuer p.a. - Steuerwirkung p.a.
Einordnung
Kann besser oder schlechter ausfallen als vor Steuer. AfA und Zinsen können entlasten, steuerpflichtige Überschüsse können belasten.
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Break-even-Miete

Zeigt, welche Monatsmiete nötig wäre, damit die Immobilie rechnerisch weder Geld kostet noch Geld übrig lässt.

Formel
Break-even-Miete = Miete, bei der der Cashflow ungefähr 0 EUR beträgt
Einordnung
Je näher die aktuelle Miete an diesem Wert liegt, desto geringer ist der laufende Puffer.
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Jahresmiete

Fasst die monatliche Nettokaltmiete auf ein Jahr hoch.

Formel
Jahresmiete = Monatskaltmiete × 12
Einordnung
Ein Basiswert für Rendite, Kaufpreisfaktor und Objektüberschuss. Es geht um die Nettokaltmiete, nicht um Warmmiete.

Objektüberschuss p.a.

Beschreibt den operativen Jahresüberschuss aus der Vermietung vor Zins, Tilgung und Steuer.

Formel
Objektüberschuss p.a. = Jahresmiete - laufende Objektkosten - aktiviertes Mietausfallwagnis
Einordnung
Zeigt, wie stark das Objekt vor Finanzierung trägt. Für Bankkennzahlen ist dieser Wert besonders wichtig.

Rendite

Bruttomietrendite

Vergleicht die Jahreskaltmiete mit dem Kaufpreis, ohne Kosten und Finanzierung einzubeziehen.

Formel
Bruttomietrendite = Jahreskaltmiete / Kaufpreis
Einordnung
Gut für den ersten Vergleich, aber zu grob für eine Kaufentscheidung, weil Kosten fehlen.
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Nettomietrendite

Zeigt die Rendite nach laufenden Objektkosten, aber vor persönlicher Einkommensteuer.

Formel
Nettomietrendite = (Jahreskaltmiete - Eigentümerkosten - Mietausfallwagnis) / Gesamtkapitalbedarf
Einordnung
Aussagekräftiger als die Bruttorendite. KAPITA rechnet hier bewusst konservativ mit Kaufnebenkosten, laufenden Eigentümerkosten und eingetragenem Mietausfallwagnis.
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Rendite nach Steuer

Erweitert die Nettomietrendite um die berechnete persönliche Steuerwirkung.

Formel
Rendite nach Steuer = (bereinigter Jahresüberschuss - Steuerwirkung p.a.) / Gesamtkapitalbedarf
Einordnung
Nur so belastbar wie die Steuerannahmen. Der tatsächliche Steuerbescheid kann abweichen.

Eigenkapitalrendite

Zeigt, wie stark sich das eingesetzte Eigenkapital über den jährlichen Cashflow verzinst.

Formel
Eigenkapitalrendite = laufender Jahresüberschuss nach Finanzierung und Steuer / eingesetztes Eigenkapital
Einordnung
Hohe Werte können durch wenig Eigenkapital entstehen. Deshalb immer zusammen mit Cashflow, Risiko und LTV betrachten.
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Kaufpreisfaktor

Zeigt, wie viele Jahreskaltmieten rechnerisch im Kaufpreis enthalten sind.

Formel
Kaufpreisfaktor = Kaufpreis / Jahreskaltmiete
Einordnung
Je niedriger der Faktor, desto günstiger wirkt der Kaufpreis im Verhältnis zur Miete. Lage und Zustand fehlen aber noch.
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Miete pro Quadratmeter

Setzt die Monatsmiete ins Verhältnis zur vermietbaren Wohn- oder Nutzfläche.

Formel
Miete pro m² = Monatskaltmiete / vermietbare Fläche
Einordnung
Hilft beim Vergleich mit Markt- oder Angebotsmieten. Rechtliche Grenzen und Mietspiegel separat prüfen.

Finanzierung

Gesamtkapitalbedarf

Zeigt die gesamte Einstiegssumme, bevor Eigenkapital und Darlehen aufgeteilt werden.

Formel
Gesamtkapitalbedarf = Kaufpreis + Kaufnebenkosten + Renovierung
Einordnung
Wichtig für Rendite und Finanzierung, weil nicht nur der Kaufpreis bezahlt werden muss.
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Darlehen

Schätzt den Finanzierungsbedarf, der nicht durch Eigenkapital gedeckt ist.

Formel
Darlehen = Gesamtkapitalbedarf - eingesetztes Eigenkapital
Einordnung
Je höher das Darlehen, desto stärker wirken Zins, Tilgung und Beleihung auf den Cashflow.

Kapitaldienst

Zeigt die jährliche Belastung aus der Finanzierung.

Formel
Kapitaldienst p.a. = Zinsen p.a. + Tilgung p.a.
Einordnung
Für die Liquidität zählen Zins und Tilgung beide, auch wenn sie steuerlich unterschiedlich behandelt werden.
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Zinsen p.a.

Zeigt die jährlichen Finanzierungskosten des Darlehens.

Formel
Zinsen p.a. im Startjahr = Darlehen × Zinssatz
Einordnung
Zinsen belasten den Cashflow und können steuerlich relevant sein.

Tilgung p.a.

Zeigt, welcher Darlehensbetrag im Jahr rechnerisch zurückgezahlt wird.

Formel
Anfängliche Tilgung p.a. = Darlehen × Tilgungssatz
Einordnung
Tilgung senkt die Restschuld, ist aber trotzdem ein echter Liquiditätsabfluss.

DSCR

Zeigt, ob der Objektüberschuss den Kapitaldienst deckt.

Formel
DSCR = Objektüberschuss bzw. NOI p.a. / Kapitaldienst p.a.
Einordnung
Über 1,00 bedeutet rechnerische Deckung. KAPITA zeigt den Wert steuerbereinigt, wenn die Steuerberechnung aktiviert ist.
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Loan-to-Value

Zeigt, wie stark die Immobilie im Verhältnis zum Kaufpreis fremdfinanziert ist.

Formel
Banknah: Darlehen / Beleihungswert. KAPITA-Näherung: Darlehen / Kaufpreis
Einordnung
Ein hoher Wert bedeutet stärkere Fremdfinanzierung. Für die Bank kann der Beleihungswert vom Kaufpreis abweichen.
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Kosten und Steuer

Kaufnebenkosten

Fasst die einmaligen Erwerbskosten neben dem Kaufpreis zusammen.

Formel
Kaufnebenkosten = Grunderwerbsteuer + Notar + Grundbuch + Makler + weitere Erwerbskosten
Einordnung
Kaufnebenkosten erhöhen den Kapitalbedarf und senken dadurch die realistische Rendite.

Nicht umlagefähige Kosten

Zeigt den jährlichen Eigentümeranteil aus Hausgeld und laufenden Kosten.

Formel
Nicht umlagefähige Kosten p.a. = monatliche nicht umlagefähige Kosten × 12
Einordnung
Diese Kosten bleiben typischerweise beim Eigentümer und mindern den Überschuss direkt.
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Umlagefähige Kosten

Zeigt Kosten, die grundsätzlich an Mieter weitergegeben werden können.

Formel
Umlagefähige Kosten p.a. = (umlagefähige Kosten + Grundsteuer) × 12
Einordnung
Sie werden nicht wie Eigentümerkosten abgezogen, können aber bei Leerstand zeitweise beim Eigentümer hängen bleiben.
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Mietausfallwagnis

Berücksichtigt rechnerisch Leerstand oder Zahlungsausfall.

Formel
KAPITA-Planungswert = (Jahreskaltmiete + umlagefähige Kosten p.a.) × Mietausfallquote
Einordnung
Ein Sicherheitsabschlag, keine konkrete Leerstandsprognose. Umlagefähige Kosten werden einbezogen, weil sie bei Leerstand zeitweise beim Eigentümer hängen bleiben können.

AfA-Basis

Schätzt den Gebäudewert, auf den die steuerliche Abschreibung angewendet wird.

Formel
AfA-Basis = Gebäudeteil der Anschaffungs-/Herstellungskosten
Einordnung
Nur der Gebäudeanteil ist abschreibbar. KAPITA schätzt ihn vereinfacht aus Kaufpreis, Kaufnebenkosten, AfA-relevanten Investitionen und Gebäudeanteil.
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AfA p.a.

Zeigt die jährliche steuerliche Abschreibung des Gebäudewerts.

Formel
AfA p.a. = AfA-Basis × AfA-Satz
Einordnung
AfA ist keine Auszahlung, kann aber das steuerpflichtige Ergebnis senken.
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Zu versteuerndes Ergebnis

Schätzt die steuerliche Bemessungsgrundlage aus der Vermietung.

Formel
Zu versteuerndes Ergebnis = Jahresmiete - steuerlich berücksichtigte Kosten - Schuldzinsen - AfA
Einordnung
Nicht identisch mit Cashflow. Tilgung ist Liquiditätsabfluss, aber keine laufende steuerliche Ausgabe wie Schuldzinsen.

Steuerwirkung

Zeigt, wie stark die Steuerannahme den Cashflow verändert.

Formel
Steuerwirkung p.a. = zu versteuerndes Ergebnis × persönlicher Steuersatz
Einordnung
Ein positiver Wert belastet den Cashflow. Ein negativer Wert kann rechnerisch entlasten.

Prognose

Restschuld

Zeigt, wie hoch die Darlehensschuld nach einem Zeitraum rechnerisch noch ist.

Formel
Restschuld = Darlehen - kumulierte Tilgung
Einordnung
Vereinfacht fortgeschrieben. Sondertilgungen, Zinsbindungen und exakte Tilgungspläne können abweichen.

Vermögensaufbau

Zeigt, wie sich Tilgung, laufender Cashflow und angenommene Wertentwicklung über die Zeit zusammensetzen.

Formel
Vermögensaufbau = Tilgung + kumulierter Cashflow + angenommene Wertentwicklung
Einordnung
Ein Szenario, kein Gutachten. Wenn Inflation berücksichtigt wird, sollte der nominale Wert zusätzlich in heutiger Kaufkraft gelesen werden.

Kennzahlen sind ein Werkzeug, kein Urteil

Eine gute Kennzahl macht einen Teil der Immobilie sichtbar: Liquidität, Rendite, Finanzierung, Kosten oder Risiko. Sie ersetzt aber keine Objektprüfung. Besonders wichtig ist, Kennzahlen gemeinsam zu lesen. Ein Objekt kann eine gute Rendite haben und trotzdem einen schwachen Cashflow erzeugen.

Erst verstehen, dann vergleichen

Vergleiche Immobilien nur mit derselben Rechenlogik. Wenn bei einem Objekt Kaufnebenkosten, Mietausfallwagnis oder nicht umlagefähige Kosten fehlen, wirkt es schnell besser, als es tatsächlich ist. Genau deshalb sollte jede Berechnung zeigen, welche Annahmen verwendet wurden.

Für Bankgespräche zählt Nachvollziehbarkeit

Banken interessieren sich nicht nur für Rendite. Sie wollen verstehen, wie tragfähig die Finanzierung wirkt, wie hoch das Darlehen im Verhältnis zum Kaufpreis ist und ob genug Puffer für Kosten, Leerstand oder Zinsänderungen vorhanden ist.

Die wichtigste Frage bleibt praktisch

Am Ende geht es nicht um möglichst viele Zahlen, sondern um Klarheit: Trägt sich das Objekt? Ist der Kaufpreis plausibel? Ist die Finanzierung stabil? Und welche Annahmen solltest du vor einer Entscheidung noch prüfen?

Einordnung

So nutzt du das Glossar sinnvoll

  • Cashflow zeigt, ob monatlich Geld übrig bleibt oder fehlt.
  • Nettomietrendite ist für Kapitalanleger meist aussagekräftiger als Bruttomietrendite.
  • DSCR und Loan-to-Value helfen, die Finanzierung verständlicher einzuordnen.
  • AfA und Steuerwirkung können den Cashflow nach Steuer verändern, müssen aber sorgfältig geprüft werden.

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Immobilien werden verständlicher, wenn du nicht nur eine Kennzahl isoliert betrachtest. Diese Begriffe helfen dir, Rendite, Finanzierung und Risiko gemeinsam einzuordnen.

Optional

Mit echten Zahlen wird aus Wissen eine Prüfung.

Das Glossar erklärt die Begriffe. Wenn du danach ein konkretes Objekt prüfen möchtest, kannst du die Kennzahlen im Rechner mit deinen eigenen Annahmen berechnen.
Zum Rechner

FAQ

Häufige Fragen: Immobilien-Kennzahlen einfach erklärt

Welche Immobilien-Kennzahlen sind am wichtigsten?

Für eine erste Einschätzung sind Cashflow, Brutto- und Nettomietrendite, Kaufpreisfaktor, Eigenkapitalrendite, DSCR und Loan-to-Value besonders hilfreich. Keine einzelne Zahl reicht allein aus.

Welche Rendite ist aussagekräftiger?

Die Bruttomietrendite ist ein schneller Vergleichswert. Für die Kaufentscheidung ist die Nettomietrendite meist hilfreicher, weil sie Kosten und Mietausfallwagnis berücksichtigt.

Reichen Kennzahlen für eine Kaufentscheidung?

Nein. Kennzahlen sind eine Entscheidungshilfe. Zustand, Lage, Mietvertrag, WEG-Unterlagen, Finanzierung und steuerliche Situation müssen zusätzlich geprüft werden.